Viel zu unsicher, wir sind verantwortungslos, haben Wind im Kopf…
Wir nehmen den Kindern die Geborgenheit, die Bildung, das Sozialleben, ohne uns über die Folgen klar zu sein. Das alles haben wir uns angehört und geschluckt.
Uns ist klar, dass die Kinder rauen Wind zu spüren bekommen werden. Wir packen uns alle aus der gewohnten Watte aus. Wir werden an unsere Grenzen stoßen und uns in allen unseren Facetten begegnen, die wir bisher selbst nicht richtig kannten.
Durch diese intensive, aber nicht einfache, Zeit zusammen, entwickelt sich unsere Persönlichkeit ganz anders als in der gewohnten Umgebung. Wir wollen diese Erfahrungen für uns und unsere Kinder.
Erfolgreich können wir unsere Weltwanderung nennen, sobald unsere Kinder weltoffenes Verständnis entwickeln und sobald wir aufhören alles und jeden bewerten zu müssen.
Das Bedürfnis nach Sicherheit und Angst stehen jeder edlen Tat im Weg.
Geburtstagsgedicht
Vom vielen Bücken wird man krumm,
vom vielen Nicken wird man dumm,
vom vielen Wegschauen wird man blind.
Werd anders, Kind.
Geh aufrecht und frag dich, ob alles stimmt.
Auch wenn man das Fragen dir übelnimmt:
Scher dich nicht um die Übelnehmer.
Sei unbequemer.
Das wird nicht ganz ohne Narben abgehn.
Aber möchtest du erst die unsern sehn?
Du sollst uns nicht bös sein und uns nicht verlachen.
Du sollst es einfach besser machen.
(Wolf Harranth. In: Großer Ozean. Gedichte für alle. Hrsg. Hans-Joachim Gelberg. Beltz & Gelberg.Weinheim 2000)



