Wunderschönes Schweden

Vielleicht meinte es Schweden einfach gut mit uns. Es war das erste Land was wir auf unserem Roadtrip besuchten.

Den ganzen Monat Juni 2020 haben wir uns vom Land fesseln lassen.

Rund 62% des Landes sind bewaldetes Gebiet. Teils ist es undurchdringbar dichter Wald, teils sind sie märchenhaft mit riesigen Steinen und Weißmoos bedeckt. Man sieht nur wenig Ackerbau, was für das deutsche Auge ungewohnt ist. Schweden lebt vom der Holz- und Papierindustrie.

Sie sind stolz auf ihre prachtvolle Natur. Das dürfen die auch sein. Denn ein Gesetzt zwingt die Forstwirtschaft zum respektvollen Umgang mit der Natur. Wer einen Baum fällt, muss einen neuen pflanzen. Wir waren Zeugen und haben eine riesige Lieferung von kleinen Baumkindern am Straßenrand vorgefunden.

Ein 200 Jahre im Voraus denkender Plan gibt vor, wo und wie viel abgeholzt, verjüngt, durchforstet und geerntet werden darf.

Was Österreich an Bergen zu bieten hat, überbietet Schweden mit Natur-Gewässern. Saubere Flüsse und Seen laden nicht nur zum Angeln ein. Das darf man dort übrigens auch ohne Angelschein. Bei gutem Wetter kann man sich im Wasser sportlich austoben.

Typisch schwedisch ist nicht nur der Kavier aus der Tube. Viel bekannter ist das Jedermannsrecht, was das Nächtigen und Freistehen mit Zelt, Camper & Co. im Land erlaubt.

Was dieses Land noch so fabelhaft macht, ist die Sauberkeit. An den vielen kostenfreien Stellplätzen, mitten in der verlassensten Natur, sind Mülltonnen zu finden. Auch Plumpsklos sind oft vertreten. Diese sind, genauso wie die Stellplätze, erstaunlich sauber und auch gratis. Die Feuerstellen, oft sogar mit fertig gehacktem Holz, einer Säge und / oder einer Axt und Grillrost haben wir vorgefunden. Viele Unterstände, Tische und Bänke laden zum verweilen ein. Einfach märchenhaft, dass es alles einfach von den lieben Grundstücksbesitzern und Kommunen zur Verfügung gestellt wird.

Die Straßen sind super ausgebaut. Sogar in den verlassensten Orten. Auch nirgends haben wir Maut zahlen müssen.

Die Lebensmittel sind etwa 30% teurer als in Deutschland. In den normalen Supermärkten findet man alkoholische Getränke nur unter 3,5 %. Alles andere gibt es für teures Geld in speziellen Läden. An der Zapfsäule sagt die Statistik, zahlt man durchschnittlich 25% mehr. Wir haben 30 – 40% mehr für die Dieselfüllung zahlen müssen. Es ist alles etwas teurer. Die Schönheit hat seinen Preis.

In Schweden spricht fast jeder englisch. Es liegt daran, dass dieses riesigen Land nur etwas mehr als 10 Mio. Menschen bewohnen. Für die Filmindustrie ist es nicht profitabel die Spielfilme ins schwedische zu übersetzen. Deshalb wird Disney & Co. in der Originalsprache geliefert.  

So haben sich die Leute nicht nur die englische, oder besser gesagt die amerikanische Sprache angeeignet, sondern auch teils den Lebensstil. Witzig zu sehen, die vielen XXL Verpackungen im Laden, die Werbung „Kauf 3 und bezahle nur 2“ oder der hohe Zuckerkonsum. Sogar das Brot ist süß.

So viele Amischlitten auf der Straße haben wir in Europa nicht erwartet. Es ist fast zum Volkssport geworden, amerikanische Oldtimer wieder schick und fahrtüchtig zu machen.

Die schwedischen Jugendlichen dürfen schon mit 16 Jahren ans Steuer. Aufgepimpte Autos mit lauter Musik gehören zum Dorfbild. Bremsspuren auf der Fahrbahn gibt es zu Hauf, da dass Driften zum Erwachsenwerden, dort anscheinend dazu gehört.

Ansonsten halten sich die Autofahrer an die Verkehrsregeln und sind zuvorkommend. Übrigens gilt Tagfahrlichtpflicht. Noch dazu ist es nicht so einfach, auf schwedischen Straßen geblitzt zu werden. Jeder Blitzer wird mit einem Warnschild angekündigt.  

Es gibt kaum etwas an diesem Land auszusetzen. Doch einen Punkt haben wir doch noch gefunden. Wir haben den Kontakt mit Anderen erfolgreich gemieden. Ist uns bei den vielen schönen Orten auch nicht schwer gefallen. Doch wer auf seinen Roadtrip Unterhaltung sucht, wird sich in Schweden schnell langweilen. Das können nur die Großstädte bieten. Nur an wenigen Tagen im Jahr ist im ganzen Land Trubel. Zum Beispiel, wenn das Volk Midsommar feiert. Doch 2020 wurde das Fest abgesagt, um die Pandemie einzudämmen.

So verwöhnt von Schweden, landet dieses Land auf Nr. 1 unserer Topliste. Und wir befürchten, so schnell wird da kein anderes Land mithalten können.

Statistik und Kosten

Dauer: 31 Tage

Strecke: 3500 km.

Ausgaben: 2.042 € / 66 € pro Tag

LandZweckAusgaben,
in €
SchwedenFähre/Maut/Brücke186
Eintritt / Sehenswürdigkeiten58
Sonstiges159
Zapfsäule567
Lebensmittel / Restaurants905
Unterkunft166
Schweden Ergebnis2.042
Ausgabentabelle

Hier unsere Erlebnisse als Video:

Das erste Video zu Schweden
Zweites Video
das dritte Video